Parkschäden souverän meistern

In unserem hektischen Alltag ist es schnell passiert und vielleicht kommt Ihnen die folgende Situation sogar bekannt vor: Auf der Suche nach einem Parkplatz erweist sich die gefundene Lücke letztlich doch kleiner als sie im ersten Moment ausgesehen hat. Und schon ist es passiert, Sie haben beim Einparken versehentlich ein anderes Fahrzeug beschädigt.

Obwohl beim Parkunfall in der Regel nur Sachschaden entsteht, gibt es dennoch einige wichtige Punkte die Sie jetzt beachten sollten.

Gleich zu Beginn: unabhängig davon wie groß oder klein der Schaden auch ist, Einsteigen und einfach Weiterfahren darf niemals eine Option sein. Denn das unerlaubte Entfernen vom Unfallort oder kurz die Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt! Sie stellt sogar eine der häufigsten Straftaten im Straßenverkehr dar. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen (Geldstrafe, Punkte in Flensburg, bis hin zu Freiheitsstrafe) droht Ihnen im Nachgang weiteres Ungemach in Form von Regressforderungen Ihres Haftpflichtversicherers, der dem Geschädigten seinen Schaden zwar ersetzt, Sie aber an den entstandenen Kosten finanziell beteiligt.

Wie verhalten Sie sich als Verursacher richtig

Als Schädiger sind Sie zunächst verpflichtet den Geschädigten über das Missgeschick in Kenntnis zu setzen auch wenn es nur ein kleiner Kratzer ist. Einfach einen Zettel hinter die Windschutzscheibe zu klemmen reicht dabei nicht aus. Sie sind verpflichtet, eine gewisse Zeit warten, ob der Fahrzeugeigentümer auftaucht. Hierbei gilt eine Wartezeit von mindestens 30 Minuten durchaus als angemessen. Sollten Sie im Besitz eines Smartphones sein, nutzen Sie die Zeit und dokumentieren per Bild die entstandenen Beschädigungen sowohl am Fahrzeug des Unfallgegners wie auch an ihrem Eigenen. Auch Schadenort und Zeitpunkt sowie Marke und Kennzeichen des beschädigten Fahrzeuges sollten Sie für die spätere Schadensmeldung bei Ihrer Versicherung zwischenzeitlich notieren. Falls später bei der Regulierung Fragen auftreten, können diese Bilder zur Klärung der Angelegenheit beitragen. Treffen Sie nach angemessener Wartezeit den Besitzer immer noch nicht an oder haben Sie einen wichtigen, unaufschiebbaren Anschlusstermin, informieren Sie unbedingt die örtliche Polizei über den Vorfall bevor Sie weiterfahren. Sie gehen dadurch dem Risiko aus dem Weg sich im Nachhinein wegen Fahrerflucht strafbar zu machen. Setzen Sie dann auch zeitnah ihre Haftpflichtversicherung von dem Schadenfall in Kenntnis, da der Erstkontakt mit dem Geschädigten durchaus auf diesem Wege erfolgen kann. Im Normalfall lässt sich die Angelegenheit dann unter Inanspruchnahme der eigenen Haftpflichtversicherung schnell und einfach bereinigen.

Und wenn sie selbst Opfer eines Packschadens geworden sind?

Sollten Sie selbst zu Ihrem Fahrzeug zurückkehren und die böse Überraschung in Form eines Kratzers am Lack oder eine Delle am eigenen Auto entdecken, gilt Ähnliches. Suchen Sie zunächst am Unfallort nach Zeugen. Mit etwas Glück sind vielleicht Mitarbeiter umliegender Geschäfte oder Passanten auf den Vorfall aufmerksam geworden und können Angaben zum Schädiger machen. Taxi- und Busfahrer, Bauarbeiter oder Senioren sind dabei regelmäßig aussichtsreiche Anlaufstellen bei der Suche nach Zeugen. War dies erfolglos kontaktieren Sie die örtliche Polizeiinspektion. Im besten Fall hat der Unfallverursacher diesen Artikel gelesen den Schaden bereits pflichtgemäß bei der Polizei gemeldet. Falls nicht können Sie auf diesem Wege die fällige Anzeige wegen Fahrerflucht gleich aufnehmen lassen.  

Noch wichtiger als in der vorherigen Konstellation ist hierbei die Fotodokumentation. Machen Sie unbedingt aussagekräftige Bilder. Diese sind für die spätere Beurteilung immens wichtig und sollten sowohl die Schäden an Ihrem Fahrzeug aber auch die Umgebung dokumentieren. Dabei gilt die Regel: Lieber ein Bild zu viel als zu wenig.