Licht ins Dunkel: So kommen Fußgänger und Radfahrer sicher durch den Winter

Radfahrer ohne Licht bei Dunkelheit
  • Reflektierendes Material sorgt für erhöhte Auffälligkeit
  • Lichtausstattung rechtzeitig prüfen und eventuell aktualisieren
  • Die Zahl der Fahrradunfälle nimmt zu

Licht ins Dunkel – oder Sehen und gesehen werden: Dieses Prinzip hat in der dunklen Jahreszeit beispielsweise für Fußgänger, Fahrradfahrer und E-Scooter-Fahrer eine hohe Bedeutung. Mitunter ist es sogar eine Lebensversicherung. Denn die Zahl beispielsweise von Fahrradunfällen inklusive Pedelec nimmt zu: 91.533 Unfälle waren es im Jahr 2020 – ein Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  426 der Unfallopfer starben. Die geeignete Licht- und Schutzausstattung hätte sicherlich manchen Unfall vermieden oder auch die Schwere gemindert. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH fasst wichtige Tipps zusammen.

Grundsätzlich gilt: Man kann nie zu viel tun, um sich zu Fuß oder auf Fahrrad oder E-Scooter in den dunklen Monaten des Jahres zu schützen. Also ruhig mehrere Maßnahmen kombinieren. Teuer muss das nicht sein: Schon vergleichsweise moderate Investitionen können einen immensen Effekt haben.

Gesehen werden: Reflektierendes Material ist im Straßenverkehr bei Dunkelheit der Trumpf. Die Vielfalt der Ausführungen hat in den vergangenen Jahrzehnten die Schutzmöglichkeiten erheblich erweitert. So gibt es etwa viele Jacken, Mützen oder Schultornister mit eingearbeiteten Reflexstreifen, und das oftmals sehr unauffällig oder gar modisch umgesetzt. Auch Radtaschen mit großflächiger Reflexschicht sind erhältlich. Und Radhelme haben sie fast immer.

In Bewegung: Steht das reflektierende Material nicht still, ist es noch einmal deutlich auffälliger, wenn Autoscheinwerfer darauf strahlen. Speichenreflektoren sind dafür ein Beispiel – am rollenden Fahrrad blitzen sie nur so durch die Dunkelheit. Dieses Prinzip lässt sich mühelos erweitern: Reflexstreifen an der Hose werden durch die tretenden Beine bewegt und sorgen für Auffälligkeit. Oder zu Fuß: Wer mit einer Warnweste unterwegs ist, wird von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen. Es muss nicht das Modell aus dem Autozubehörhandel sein – Warnwesten oder -schärpen gibt es in anderer und beispielsweise enger anliegender Ausführung auch für Sportler und Spaziergänger.

Hell durch die Nacht: Am deutlichsten wird der Lichtfortschritt beim Fahrrad. Schwaches Licht war gestern. Helle Frontscheinwerfer und Rückleuchten gibt es in großer Vielfalt – der Fachhandel berät gern. Ein LED-Scheinwerfer leuchtet den Weg direkt vor dem Rad perfekt aus. Empfehlenswert ist ein eingebautes Tagfahrlicht, um die eigene Auffälligkeit zu erhöhen. Warum also dieses Potential nur den Autos und Motorrädern überlassen? Für Pedelec mit ihren höheren Geschwindigkeiten ist sogar schon Kurvenlicht erhältlich. LED-Rückleuchten gibt es mit Bremslichtfunktion, bei Verzögerung werden sie kurzzeitig heller. Ein Nabendynamo ist für viele Fälle eine ideale Stromquelle. Denn er läuft ganz leicht und ständig mit. Wer Batterieleuchten wählt, sollte auf stets volle Energiespeicher achten. Eine Stirnlampe eignet sich für alle, die zu Fuß durchs Dunkel laufen. Sie leuchtet immer in die Blickrichtung. Es gibt sogar Ausführungen mit zusätzlichem rotem Rücklicht am Hinterkopf.

Investition in Sicherheit: Sicherlich, eine gute Leuchtausstattung fürs Zweirad hat ihren Preis. Doch der erscheint in anderem Licht, wenn damit ein Unfall vermieden werden kann. Da könnte man sogar auf die Idee kommen, das Weihnachtsgeschenk vorzuziehen …

Einstellsache: Zur korrekten Montage der Fahrradleuchten gehört auch, dass sie richtig justiert werden. Zum einen, damit man selbst optimal sieht. Aber der Person auf dem Zweirad muss auch klar sein, dass ein heller LED-Scheinwerfer andere Verkehrsteilnehmer blenden kann, wenn der Lichtkegel nicht einwandfrei ausgerichtet ist. Das ist dann nicht anders als bei Auto oder Motorrad. Auch darauf achtet der Fachhandel, wenn er die Lichtausstattung montiert.

Sicherheitstraining: Innerhalb der Unfallstatistik haben Vorfälle mit Pedelecs zugenommen. Kein Wunder, diese Zweiräder sind sehr gefragt. Mit ihnen ist man mitunter flotter unterwegs als mit einem Fahrrad ohne Elektrounterstützung. Die höhere Geschwindigkeit beinhaltet freilich auch höhere Kräfte, wenn es zu einem Unfall kommt – die sowohl auf einen selbst wirken als auch auf eventuelle andere Unfallbeteiligte. Das beeinflusst die Unfallschwere. Daher gilt auf dem Pedelec erhöhte Vorsicht. Schon gewusst: Es gibt sogar speziell ausgerichtete Sicherheitstrainings. Daher, vielleicht einfach mal beim örtlichen Fahrradclub oder Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) nachfragen.

Bei aller sinnvollen Ausstattung: Wer zu Fuß, mit dem Rad oder E-Scooter unterwegs ist, sollte nie vergessen, dass er ohne schützende Karosserie immer in einer schwächeren Position ist als Autofahrer. Daher – lieber einmal mehr im übertragenen Sinn einen Schritt zurücktreten und vorsichtig durchs Dunkel laufen oder fahren.