Reifen – nur „Schwarz und rund“?

Wussten Sie, dass ein Reifen bei einer Laufleistung von 15000km im Jahr etwa 700g Abrieb in Form von Partikeln und Feinstaub erzeugt? Bei unangepasster Reifenwahl können es noch deutlich mehr sein. Anders als auf den ersten Blick sind alle Reifen nämlich nicht nur „schwarz und rund“ – es gibt große Unterschiede! Die fangen schon beim Profil an. Schaut man sich die Einschnitte in die Reifen, die das Profil auszeichnen, einmal genauer an, kann man unterschiedliche Reifenarten schnell voneinander unterscheiden und für den passenden Einsatzzweck auswählen:

Sommerreifen

Die Spezialisten für die warme Jahreshälfte. Sie besitzen grobe Profileinschnitte um Regenwasser abzuleiten und weisen keine Lamellen auf. Eine härtere Gummimischung sorgt bei warmen Temperaturen für optimalen Grip und geringen Verschleiß. Ihr Profil ist nicht wintertauglich.

Winterreifen

Fühlen sich in der kalten Jahreshälfte wohl. Winterreifen haben klar erkennbare Lamellen auf der gesamten Lauffläche bis in die Reifenschulter. Diese bilden zahlreiche Griffkanten, die für den optimalen Grip auf verschneiter und vereister Fahrbahn sorgen. Die Gummimischung ist weicher als bei Sommerreifen um auch bei kalten Temperaturen elastisch zu bleiben und optimalen Halt zu bieten. Zu erkennen sind Winterreifen weiterhin am „Bergpiktogramm“ (Alpinesymbol) und der Kennzeichnung „M+S“. Natürlich kann man Winterreifen prinzipiell auch im Sommer fahren, mit dem Nachteil eines erhöhten Verschleißes, längerem Bremsweg und eventuell verminderter Bodenhaftung. Als Mindestprofiltiefe gilt übrigens auch bei Winterreifen die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6mm. Da das aber wenig Sinn macht werden mindestens 4mm empfohlen.

Ganzjahresreifen

Die Allrounder fürs ganze Jahr, können – salopp gesagt – alles ein bisschen und nichts richtig gut. Das Profil von Ganzjahresreifen wurde sowohl für den Sommer als auch für den Winter entwickelt. Lamellen, die für den Verzahnungseffekt mit der Fahrbahn sorgen und bei Winterreifen großzügig über die gesamte Lauffläche verteilt sind, befinden sich bei Ganzjahresreifen meist nur im mittleren Teil der Lauffläche, wodurch die Effizienz auf verschneiter oder vereister Straße merklich nachlässt. Ganzjahresreifen, die im Winter benutzt werden, müssen auf jeden Fall die M+S-Kennzeichnung aufweisen. Im Sommer sorgt dagegen die für den Wintereinsatz nötige weichere Gummimischung für mehr Abrieb und damit geringere Laufleistung.